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Rolf Herkner

geb. 1937 in Stuttgart
1951-1954 Fotografenlehre, danach Kameraassistent beim Dokumentarfilm
Mitglied im Verband Bildender Künstler Württemberg, im Bund freischaffender Fotodesigner und in der deutschen Gesellschaft für Photographie
lebt in Stuttgart

Rolf Herkners umfangreiches Gesamtwerk unterteilt sich in zeitlich aufeinander folgende Bildserien. So handelt es sich bei seinen frühen, zwischen 1956 und 1962 entstandenen „Chemographien“ um kameralose, auf der Gelatineschicht unbelichteter Glasplatten mittels flüssiger Chemikalien erzeugte Werke. Bei der Serie „Polarisiertes Licht“ von 1972 machen  zwischen Lichtquelle und Objekt sowie am Kameraobjektiv installierte Polarisationsfilter Spannungen und optische Aktivität sichtbar, die sich wiederum als Farben und Intensität im Bild niederschlagen. Bei den „Licht-Bildern“ wird ein Sonnenstrahl prismatisch gebrochen, sodass Bilder des Lichtes an sich entstehen. Und bei Herkners jüngsten Serie der „Transformationen“ ergeben sich durch digitale Bearbeitung am Computer aus den Daten eigener Fotografien neue abstrakte Kompositionen.

Virtual Exhibition
Website / Bildserie

Stefan Heyne

geb. 1965 in Brandenburg / Havel
Studium der Szenografie an der Kunsthochschule Berlin bei Prof. Pfüller
lebt in Berlin

Heyne thematisiert mit seiner abstrakten Fotografie die Essenz, Aura und Erscheinung von Objekten des alltäglichen Lebens wie Landschaften und Innenräume, indem er Unschärfe bis hin zur kompletten Auflösung der Gegenstände in Farbverläufe als Gestaltungsmittel einsetzt.

Publication
listed on artfacts.net / wikipedia.org
Béatrice Hug

geb. 1961 in Singen
Studium Grafikdesign an der FH Aachen
lebt in Paris

Beatrice Hug sucht in ihren Bildern nach einer Welt, in der sich unsere Sinne zu Bildern verdichten; sie lädt uns ein in ein Universum von Erinnerungen, Geräuschen, Düften und Gefühlen; und sie heißt uns willkommen, unsere eigenen Stimmungen und Geheimnisse wach zu rufen, uns treiben zu lassen. Das Zusammenspiel von leuchtenden Farbflächen und Formen inspiriert und führt uns in die Welt der Träume, der Fantasie und der Sinnlichkeit. Bemerkenswert bei diesen abstrakten Fotografien ist auch der Prozess ihrer Herstellung, denn der Ausgangspunkt sind selbst geschaffene, wirkliche Stillleben im Raum aus labyrinthischen, lichtdurchlässigen Strukturen, welche dem Strahlen des Lichts ausgesetzt werden. Beatrice Hug kreiert also das „Objekt“, welches sie fotografieren will, selbst und ihre Arbeiten sind somit ein Beispiel dafür, wie eine Künstlerin nicht etwa vorgefundene Formen und Farben abbildet, sondern sich ihre eigene Welt kreativ erschafft.

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Lotte Jacobi

geb. 1896 in Thorn / Westpreußen, gest. 1990 in Concord / New Hampshire

1947 begann Jacobi mit einer Werkgruppe kameraloser Fotografien, genannt
photogenics, die sie bis in die späten 50er Jahre fortführte und bei denen sie vom Zufall geleitet mit Licht zeichnete, indem sie bei ihren Fotogrammen ganz auf Gegenstände verzichtete und verschiedene Öffnungen von Taschenlampen als Lichtquelle benutzte.

listed on
artfacts.net / wikipedia.org

Anette Jäger

geb. 1964 in Stuttgart
1993-1997 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
lebt in Dresden

Jäger experimentierte schon früh mit Doppelbelichtungen, Fotogrammen und Solarisierungen. Die Möglichkeiten der Bildbearbeitung dienen ihr mittlerweile dazu, die formalen Grenzen der Fotografie aufzuheben und die an diese gerichteten Erwartungen hinsichtlich einer Abbildung von Wirklichkeit nicht mehr nachzukommen. Durch ihre langjährige Arbeit am Theater kam Jäger dabei die Idee, ihre Motive als kleine Bühnenbilder aufzubauen, die aus Papier bestehen, welche die Künstlerin ineinander steckt oder zusammenklebt, wodurch es ihr gelingt, auch ungegenständliche Begriffe sichtbar zu machen. Diese Modellbühnenbilder werden in einen durchsichtigen Körper gestellt und wie bei einer Theaterbühne mit Scheinwerfern beleuchtet, sodass dem Licht eine zentrale experimentelle Rolle zukommt. Anschließend wird diese Modellbühne wieder zerstört.

Um den Unterschied zur Computergrafik zu betonen, lässt die Künstlerin Ungenauigkeiten wie Staubkörner oder Risse mit Absicht stehen. Und es kann auch vorkommen, dass das so entstandene Grundmaterial erst nach Jahren wieder aufgegriffen und dann mit anderen Dateien kombiniert und digital nachbearbeitet wird. Um dem Betrachter den Zugang zu ihren abstrakten Fotos zu erleichtern, gibt Jäger ihnen auch Titel, die zu den von ihr bearbeiteten Themen hinführen sollen, welche sie in ihrem engeren Umfeld findet und die oft in Serien zusammengefasst werden.

Website
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artfacts.net

Timo Kahlen

geb. 1966 in Berlin
Studium an der Hochschule der Künste Berlin
lebt in Berlin

Seit den 1980er Jahren entwickelt Timo Kahlen eine prozesshafte, vergängliche Form der „Phosphor-Photographie“, die flüchtige, veränderliche, sich über mehrere Minuten verwandelnde, zart leuchtende fotografische Nachbilder erzeugt. Für eine andere, raumbezogene Bildserie errichtete er eine monumentale steinerne Camera Obscura, die - in Form abstrakter, vom Licht gesättigter, schwarzer Lichtfelder auf großformatigen Papiernegativen -  über Tage und Monate hinweg den Himmel über der Kamera fotografisch festhielt, während gleichzeitig das fotografische Bild durch die sich in der Kamera bildende Feuchtigkeit, Bakterien, Flechten und Pilze zersetzt und aufgelöst wurden. Ausgehend von diesen frühen Experimenten zur Prozesshaftigkeit des fotografischen Bildes, arbeitet der Medienkünstler seit mehr als 25 Jahren intermediär und raumbezogen, mit verschiedensten ephemeren und veränderlichen Medien: wie Wind und Dampf, Licht und Schatten, Geräusch, Vibration und Klang.

listed on artfacts.net / wikipedia.org
Peter Keetman

geb. 1916 in Elberfeld, gest. 2005 in Marquartstein

Keetman formte Reihen mit systematischem Anspruch und führte so die Subjektive Fotografie zu einer bis dahin unbekannten Präzision. So trat das Bild spiegelnder Wassertropfen auch als Werk mit Öltropfen auf, wobei jeder Tropfen wie ein kleines Relief aus Stahl wirkt. Seine wesentliche Leistung auf dem Gebiet der Subjektiven Fotografie sind die 1951 entstandenen Aufnahmen zirkulierender Lichtbahnen im dunklen Raum. Diese Lichtpendel-Schwingungsbilder stehen für eine abstrakte Fotografie, die sich durch Sachlichkeit und Serialität auszeichnet.

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artfacts.net / wikipedia.org
Michel Kessler

geb. 1992 in Basel
2012 Teilnahme an der „photo12“ in Zürich
2012 Premiere des Experimentalfilms „Hypothesis“ in Zürich
2012/2013 Praktikum beim Architekturbüro Herzog & de Meuron
2013 Beginn des Architekturstudiums an der ETH Zürich
lebt in Basel und Zürich

Die abstrakten, scheinbar sujet-losen Bilder Kesslers stehen in enger Verbindung mit seinen gegenständlichen Arbeiten. In der aktuellen Serie „Reverse“ verfremdet er unmittelbar erkennbare Bilder, indem er den Helligkeitswert jedes Pixels in den entgegengesetzten Wert auf einer über 250-stufigen Farbwerteskala konvertiert. Das Resultat zielt darauf ab, eine akzeptierte Wirklichkeit herauszufordern und ein hypothetisches Denken jenseits des sichtlich Wahrnehmbaren zu provozieren, das gleichzeitig ein Nachdenken darüber, was nicht da ist, sein sollte.
Karin Kieltsch

geb. 1961 in Leonberg
Studium der Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
2001 Auszeichnung beim Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie
lebt in Karlsruhe

Kieltsch interessiert ein weites Spektrum an Motiven, die sie in der sichtbaren Welt fotografierend findet. Ihre Kompositionen mit unbedeutenden Gegenständen, wie auch die Sicht auf vorhandene Erscheinungen in Natur und gebauter Umgebung sind bestimmt durch die immer gültigen Parameter: Auswahl und Ordnung von Gesehenem sowie Konzentration und Stille als elementare Bestandteile der Gestaltung und deren Wirkung. Die Bescheidenheit der eingesetzten Mittel ist dabei ein Wesentliches.

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R.J. Kirsch

geb. 1959 in Kirchen/Sieg
Studium an den Kölner Werkschulen, u.a. bei Wewerka, Spörrie und Dank
Abschluss in Malerei bei Prof. F. Dank
lebt in Köln

Technische, virtuelle Bilder sind Schattenbilder. Sie entstehen durch die Anwendung des Prinzips der Projektion von Licht oder den Eigenschaften des Lichtes verwandter Phänomene. In der Auseinandersetzung um das Verhältnis von Malerei und technischen Bildmedien wurde für den Kölner Maler R.J.Kirsch die Inszenierung von Schattenbildern zum zentralen Arbeitsprinzip. In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts war es der Bauhaus-Künstler Laszlo Moholy-Nagy, der das Fotogramm als Kunstform etablierte. Nach 1945 wurde das Fotogramm von „experimentellen“ Fotografen stetig weiterentwickelt. Kirschs Arbeit fügt sich in diese Tradition ein, entzieht sich aber auch Erwartungen, die üblicherweise mit dem Prinzip des Fotogramms assoziiert werden: Seine Fotogrammarbeiten sind filmisch angelegt, reflektieren den medialen Arbeitsrahmen, erzeugen durch kontinuierliche Bewegung der beschattenden Objekte einen Film, entwickeln also den gestalterischen Prozess in der Zeit. Und sie reagieren auf den Raum. Die Objekte liegen nicht flach auf dem Papier, sondern befinden sich  vor dem lichtempfindlichen Material. Die Physik farbiger Schatten erlaubt es ihm zudem, Fotogramme mit erstaunlichen Farbnuancierungen zu erstellen. Dabei ist die Arbeitsweise ebenso simpel wie verblüffend. Die vor dem lichtempfindlichen Papier positionierten Objekte werden von punktförmigen Lichtquellen in den drei Grundfarben angestrahlt. Die gleichzeitig daraus resultierenden Schattenbilder überlagern sich, Licht, Halbschatten und Kernschatten erzeugen ein vollfarbiges Schattenbild. Über die Realisationen auf Papier hinaus erweitert sich das stehende Schattenbild zu einem Schattenfilm, wie er bereits 1999 zum ersten Mal in der Ausstellung „PHANTOM“ im Museum Albstadt präsentiert wurde.

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